Bündnis zum Schutz der Bienen

Industrielle Agrarproduktion belastet die Bienen-Gesundheit durch Pestizide und den ständig fortschreitenden Verlust blühender Pflanzenvielfalt unserer Landschaften.


Das „Bündnis zum Schutz der Bienen“, ist ein Zusammenschluss von 15 Verbänden der Imkerschaft, des Naturschutzes und der Lebensmittelwirtschaft und wird von der Aurelia Stiftung organisiert. Seit der Gründung im Jahr 2006 erzielte es auch mit juristischen Mitteln wichtige Erfolge für Bienen und Umwelt auf nationaler und europäischer Ebene. Das Bündnis wurde auf Initiative des Imkermeisters Thomas Radetzki gegründet.

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EU verbietet drei Neonicotinoide im Freilandanbau


27. April 2018
Die deutsche Bundesregierung hat heute mit ihrer Stimme für den Vorschlag der Europäischen Kommission, die drei höchst bienengefährlichen Neonicotinoide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam umfassend im Freiland zu verbieten, ihre Verantwortung für Bienen und Insekten wahrgenommen. 


Diesem ersten Signal für ernstgemeinten Bienenschutz müssen rasch weitere ehrgeizige Schritte der Bundesregierung und der EU folgen, um Bestäuber umfassend vor der gesamten Wirkstoffgruppe der Neonicotinoide zu schützen.
Dieser Entscheidung für Bienenschutz steht allerdings eine fortlaufende Zulassung für den Wirkstoff Thiacloprid, aus der gleichen Wirkstoffgruppe gegenüber. Laut Neurobiologe Prof. Randolf Menzel aus dem wissenschaftlichen Beirat der Aurelia Stiftung, geht von Thiacloprid eine vergleichbar starke subletale Wirkung auf Bienen aus, wie von den verbotenen Neonicotinoiden.

Dass diese EU-Regelung für die Durchsetzung des Verbotes dieser drei Wirkstoffe, ohne eine weitere Ausnahmegenehmigung für den Einsatz im Zuckerrübenanbau erreicht werden konnte, ist nicht zuletzt auch der qualifizierten Positionierung der Umweltverbände im Deutschen Naturschutzring (DNR) zu verdanken. Aus fast allen EU-Mitgliedstaaten hatten sich in der Save The Bees Coalition mehr als 80 Nichtregierungsorganisationen sowie Imker, Umweltschützer und Wissenschaftler zusammengetan und sprachen sich zum Schutz unserer Umwelt und für das Neonicotinoid-Verbot aus.

Das Ergebnis verärgert natürlich die Chemiekonzerne. Ein Sprecher von Syngenta sagte, die Entscheidung sei “enttäuschend, aber nicht unerwartet”. Auch die Zuckerindustrie, die traditionell Neonicotinoide als Pestizide einsetzen, bezeichnete die Abstimmung als „schweren Schlag für den EU-Rübenzuckersektor”. Auf dem von der Aurelia Stiftung und Mellifera e.V. organisierten „Expertenworkshop Pestizidfreie Landwirtschaft: Naturnahe Anbaumethoden der Zuckerrübe“ beschlossen die Teilnehmenden bereits im Januar 2018 gemeinsam Lösungen zu erarbeiten und auf partnerschaftlichen Dialog zu setzen.

Die Industrie wird wohl das Freilandverbot nicht akzeptieren. In den laufenden Gerichtsverfahren btr. die Teilverbote (2013) der drei Neonicotinoide werden das Europäische Gericht (EuG) und vorraussichtlich in der zweiten Instanz der Europäische Gerichtshof (EuGH) die Voraussetzungen für Verbote und solche Einschränkungen zugelassener Pestizidwirkstoffe wie das „Freilandverbot“ klären. Anwalt Dr. Achim Willand von der Berliner Kanzlei [GGSC] formuliert die Kernfragen: „Darf die EU bei bloßem Verdacht Produkte trotz Genehmigung vom Markt nehmen und wer trägt die Beweislast? Gibt es einen Vorrang für Umweltschutz oder für wirtschaftliche Interessen?“

Es braucht eine Aktualisierung und Verbesserung der Risikoprüfung bei den Zulassungsverfahren von Pestiziden, die künftig auf unabhängig von der Industrie erstellten wissenschaftlichen Studien beruhen muss.
Das von der Aurelia Stiftung organisierte Bündnis für Bienenschutz mit seinen Verbänden kämpft weiter für eine bienenfreundliche Landwirtschaft. Insbesondere der Deutscher Berufs- und Erwerbsimkerbund (DBIB), der Österreichische Imkerbund (ÖIB) und der Österreichische Erwerbsimkerbund (ÖEIB) setzen sich hierfür in Zusammenarbeit mit der Aurelia Stiftung und dem Mellifera e.V. als Streithelfer in den laufenden Verfahren vor dem Europäischen Gericht (EuG) ein.

Die Urteile betreffend die 3 Neonicotinoide (Teilverbote 2013) unserer laufenden Verfahren am Europäischen Gericht (EuG) zu den Neonicotinoiden und Fipronil sind für den am 17. Mai 2018 in Luxemburg angekündigt.

Ihnen allen ist es zu verdanken, dass wir heute das Verbot der Neonicotinoide als Erfolg feiern können.
Herzlichen Dank an alle, die unsere Arbeit auch weiterhin unterstützen.


Expertenworkshop Pestizidfreie Landwirtschaft: Naturnahe Anbaumethoden der Zuckerrübe

Der massive Rückgang an Insekten und Feldvogelarten hat in den letzten Monaten viele Menschen berührt und aufgerüttelt. Glyphosat und Neonicotinoide sind dabei oft genannte Schlagworte. Um den gesellschaftlichen Wandel hin zu einer bienenfreundlichen Landwirtschaft voranzubringen, hat Mellifera e.V. zusammen mit der Aurelia Stiftung ein Projekt zur Förderung naturnaher Anbaumethoden der Zuckerrübe gestartet.

Deutschlandweit werden laut statistischem Bundesamt auf über 400.000 Hektar Zuckerrüben angebaut, was 3 % der gesamten Ackerfläche der Bundesrepublik entspricht. Im konventionellen Zuckerrübenanbau, der 99,6 % der Anbauflächen beansprucht, wird das Saatgut standardmäßig mit Fungiziden, Düngemitteln und Insektiziden aus der Gruppe der Neonicotinoide gebeizt und zu einer „Saatgutpille“ geformt, die durch ihre standardisierte Größe von Einzelkorndrillmaschienen ausgesät werden kann.

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Neonikotinoide

Die EU-Kommission hat 2013 die Genehmigungen von bienengefährlichen Wirkstoffen (Neonikotinoide und Fipronil) beschränkt. Es handelt sich um hochwirksame Nervengifte, die eine große Gefahr für unsere Umwelt und insbesondere die Bienen darstellen. Hiergegen klagen Bayer, Syngenta und BASF vor dem Europäischen Gericht (EuG). Drei Imkerverbände aus dem von der Aurelia Stiftung organisierten Netzwerk „Bündnis zum Schutz der Bienen“ unterstützen die Position der EU Kommission als sogenannte „Streithelfer“ in den Gerichtsverfahren. Um weiter kämpfen zu können, benötigen wir Ihre Unterstützung.

» Aktuelles 13. Dezember 2017
» Aktuelles 5. März 2017
» Aktuelles 15. Februar 2017
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Nationaler Bienenaktionsplan

Berlin Februar 2017: Die Aurelia Stiftung und der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) haben umfassende Maßnahmen zum Schutz bestäubender Insekten wie Bienen und Hummeln gefordert. Angesichts schwindender Bestände bei den zur Befruchtung von Nutz- und Wildpflanzen wie Obstbäumen, verschiedenen Gemüsesorten, Kräutern und Blumen unverzichtbaren Bestäuberinsekten müsse Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt endlich seine Zusagen für mehr Bienenschutz umsetzen.

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Beteiligte Organisationen


Honig und Gentechnik

Das Bündnis zum Schutz der Bienen hat mit seinen Klagen zum Schutz vor Verunreinigung von Honig durch Gentechnisch veränderten Pollen seit 2006 wesentlich dazu beigetragen, dass Deutschland bisher gentechnikfrei blieb. Mit Karl Heinz Bablok sind wir durch alle Instanzen gegangen. Das spektakuläre „Honigurteil“ des EuGH sollte Imkern und Verbrauchern Schutz gewähren. 2013 hat sich das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig aber einer Umsetzung entziehen können, weil die die EU Kommission für eine Änderung der gesetzlichen Grundlagen des Honigurteils gesorgt hatte. Um unseren Schutzanspruch trotzdem durchzusetzen, haben wir eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht eingelegt.
Das Gericht hat im Mai 2017 die Verfassungsbeschwerde nicht zur Entscheidung angenommen, weil es “nicht zuständig” sei. Es bedauerlich, dass das Bundesverfassungsgericht keine Klarheit geschaffen hat. Die 10-jährige Dauer der Verfahren zeigt, dass der Weg zu einem wirksamen Rechtsschutz lang und dornig ist. Daher sollte der Gesetzgeber konkrete Vorsorgepflichten im Gentechnikgesetz oder in der Gentechnik-Pflanzenerzeugungsverordnung verankern, damit es nicht zu solchen Beeinträchtigungen von Imkern und anderen Lebensmittelerzeugern kommt.

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