Unsere Projekte – abgeschlossen

Gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in Honig

Im Jahr 2005 hat eine bayerische Forschungsanstalt gentechnisch veränderten Mais von Monsanto angebaut. Der Anbau von MON810 musste unweigerlich zur Verunreinigung des Honigs von Imker*innen in der Nähe der Versuchsfelder führen. Thomas Radetzki hat das frühzeitig erkannt und Imker*innen ausfindig gemacht, die bereit waren, ihren Honig auf Genpollen hin analysieren zu lassen. Für die Imker*innen hatte der Nachweis des Eintrags drastische Folgen: Ihr Honig musste vernichtet werden. Am bekanntesten wurde 2007 der Fall von Karl-Heinz Bablok.
Dank der Unterstützung des von Radetzki gegründeten Bündnisses zum Schutz der Bienen konnten die Imker*innen mustergültige Klagen führen. Nach sechs Jahren durch alle Instanzen, wurde 2011 das international diskutierte sogenannte „Honig-Urteil“ vom Europäischen Gerichtshof gesprochen: für Einträge von Pollen gentechnisch veränderter Pflanzen bei Honig herrscht eine Null-Toleranz-Grenze. Zudem wurde Bablok im Jahr 2015 Schadensersatz gezahlt.

Ziel: 260.000 €erreicht
Projektträger: Aurelia Stiftung
Zeitraum: abgeschlossen
Stand: 11/2020

Schon vor 2005 hat sich Thomas Radetzki intensiv mit den Problemen, die beim Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen entstehen, auseinandergesetzt. Als der „Genmais“ MON810 von Monsanto dann angebaut wurde, machte Radetzki sich auf die Suche nach Imker*innen im Umkreis eines Ackers mit Genmais Anbaugebieten. Gefunden hat er unter anderen Karl-Heinz Bablok in Bayern, neben dessen Bienenhaus ein Versuchsanbau stattfand. Bablok musste seinen nachweislich mit gentechnisch veränderten Pollen belasteten Honig aus dem Verkehr ziehen. Doch wer war verantwortlich? Und wie können Imker künftig vor dem unfreiwilligen Eintrag geschützt werden?

Ursprung für das erste Bündnis zum Schutz der Bienen

Die Verunreinigung von Honig durch den Anbau von gentechnisch veränderten Pflanzen war im Jahr 2006 Anlass für Thomas Radetzki, das erste „Bündnis zum Schutz der Bienen“ zu gründen. Es handelte es sich um einen Zusammenschluss von 15 Verbänden der Imkerschaft, des Naturschutzes und der Lebensmittelwirtschaft. Zweck des Bündnisses war es, die Imker*innen (auch finanziell) zu unterstützen.

Vor dem EuGH, dem Bundesverfassungsgericht, dem Bundesverwaltungsgericht und in den Vorinstanzen wurden Karl-Heinz Bablok und die anderen Imker*innen durch die Berliner Anwaltskanzlei [GGSC] vertreten. Seitdem ist Dr. Achim Willand von [GGSC] als Anwalt für die Bündnisse zum Schutz der Bienen tätig und recherchiert für die jeweiligen Anlässe, ob die Anliegen gerichtlich durchsetzbar sein könnten und wer als Kläger*in legitimiert ist. Bei Aussicht auf Erfolg werden gerichtliche Klagen geführt.

Das „Honig-Urteil“

Nachdem sämtliche Instanzen durchlaufen waren, kam es im September 2011 zum Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) in Luxemburg: mit transgenen Pollen verunreinigter Honig darf nicht mehr verkauft werden, er muss vernichtet werden. Es sei denn der transgene Organismus hat eine Lebensmittelzulassung, die Honig als Lebensmittel ausdrücklich einschließt. Beim Gentech-Mais MON 810 fehlte eine solche Zulassung.

Schadensersatz für Bablok

Nach jahrelangem Rechtsstreit ist es schließlich zu einem Vergleich gekommen: Bablok hat vom Freistaat Bayern 6.000 Euro Schadensersatz für gentechnisch verunreinigten, nicht verkaufsfähigen Honig erhalten.

Änderung der Honig-Richtlinie

2014 hat sich eine Mehrheit des Umweltaus­schusses im Europaparlament dafür ausge­sprochen, die Bewertung des  Pollens in der Honig-Richtlinie so zu verändern, dass dem Urteil des EuGHs der Boden entzogen wurde.

Das „Bündnis zum Schutz der Bienen“ kritisierte die Änderung. Denn dadurch verloren Imker*innen den Schutz- und Schadensersatzanspruch, den die höchsten Richter*innen der EU mit ihrem Urteil gewährleisten wollten.

 

Die Projektskizze gibt es hier zum Download:

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