Unsere Projekte – abgeschlossen

Glyphosat im Honig – Der Fall Aßmann

Die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft führt zu besorgniserregenden Kontaminationen im Honig. Durch eigene Untersuchungen hat die Aurelia Stiftung 2016 festgestellt, dass dadurch die Verkehrsfähigkeit von Honig gefährdet wird. Die zuständigen deutschen und europäischen Behörden wurden von Aurelia aufgefordert die Anwendung des Herbizids in blühenden Pflanzenbeständen zu verbieten, blieben aber tatenlos. Die EU-Kommission führte schriftlich aus, dass es den Imker*innen obliege ihre Bienen bei der Gefahr von problematischen Rückständen an einen anderen Standort zu stellen.

Ziel: 30.000 €erreicht
Projektträger: Aurelia Stiftung
Zeitraum: abgeschlossen
Stand: 11/2020

Die umstrittene Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft hat besorgniserregende Auswirkungen auf Bienen und Imker*innen. Neben der Bienengefährdung, führt sie zu Kontaminationen im Honig. Imker Aßmann aus dem Spree-Neiße-Kreis in Brandenburg musste 2016 eine bis zu 200-fache Überschreitung der zulässigen Höchstmenge von Glyphosat in seinem Kornblumenhonig feststellen. Während die Untersuchung der Lebensmittelüberwachungsbehörde acht Monate dauerte, fand Aßmann Unterstützung durch die Aurelia Stiftung. Diese ließ weitere Honige in drei weiteren Bundesländern untersuchen und stellte eine erschreckende Belastung fest. „Die Befunde belegen, dass Unkrautbekämpfung mit Glyphosat die Verkehrsfähigkeit von Honig gefährdet. Jegliche Anwendung in blühende Pflanzenbestände muss von den nationalen Behörden verboten und dies auch Bestandteil einer eventuellen Verlängerung der Zulassung durch die EU-Kommission werden“, so der Stiftungsvorstand Thomas Radetzki.

Erst nachdem die Stiftung über ihre Anwälte Schutzmaßnahmen vom zuständigen Pflanzenschutzdienst verlangte und Reporter*innen der ZDF-Sendung WISO um Auskunft baten, veröffentlichte die Behörde des ehemaligen Landwirtschaftsministers Jörg Vogelsänger (SPD) einen Warnhinweis an Landwirt*innen, mit dem zur Meidung von Glyphosat-Anwendungen in Blüten unverbindlich aufgefordert wird. Aurelia forderte auch den Bundeslandwirtschaftsminister Schmidt (CSU) auf, sich energisch für ein Verbot in blühenden Pflanzenbeständen einzusetzen und dem Vorsorgeprinzip Rechnung zu tragen.

Dass solch ein Problem erst nach Jahrzehnten der Anwendung durch private und außerbehördliche Initiativen bekannt wird, offenbart das Politik- und Behördenversagen und die Notwendigkeit unserer Arbeit. Wir fordern, dass in Zukunft nur Spritzmittel zugelassen werden, deren Bienengefährdung oder Verbleib in Lebensmitteln vorab ausreichend geprüft und kontrolliert wurden.

Die EU-Kommission und das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wurden mit Schriftsätzen der Anwaltskanzlei [GGSC] aufgefordert sicherzustellen, dass die Belastung des Honigs mit Glyphosat wenigstens deutlich und zuverlässig unter den maßgeblichen Grenzwerten bleibt. Die EU-Kommission führte daraufhin schriftlich aus, dass es dem Imker obliege seine Bienen bei der Gefahr von problematischen Rückständen an einen anderen Standort zu stellen. Diese lebensfremde Stellungnahme, die zudem das Verursacherprinzip missachtet, wurde zum Ausgangspunkt weiterer Projekte der Aurelia Stiftung mit Gyphosat.

Glyphosat – mehr als nur ein Pflanzen-Killer

Glyphosat ist ein Totalherbizid das jegliche grüne Pflanze abtötet. Für die konventionelle Land­wirtschaft ist es mitunter zum unverzichtbaren Produktionsmittel geworden. Es wird weltweit auch zur Sikkation (frühere Abreife von Getreide) eingesetzt. Nicht nur der Wirkstoff Glyphosat steht im Verdacht gesundheitsschädlich für Mensch und Tier zu sein, sondern auch die Zusatzstoffe in Produkten wie Roundup (Monsanto) sowie deren Metaboliten (Abbauprodukten).

Der Einsatz von Glyphosat ist direkt und indirekt wesentlich mitverantwortlich für das rasante Arten­sterben bei Pflanzen, Insekten und Vögeln. So dokumentiert zum Beispiel Prof. Dr. Dr. h.c. Randolf Menzel, Neurobiologe an der FU Berlin, Orientierungs­störungen der Honigbienen durch Glyphosat.

 

Die Projektskizze gibt es hier zum Download:

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