Glyphosat in Honig

Von der Aurelia Stiftung wurde 2016 die Glyphosat-Belastung von Honig aufgedeckt. Bis zu zweihundertfach wurde der Grenzwert für Honig überschritten und der Honig damit unverkäuflich.


Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) sowie die Länderbehörden veröffentlichten daraufhin zwar Warnhinweise für die Landwirte. EU-Kommission und Landwirtschaftsminister Schmidt sind aber nicht bereit, Bienen und Honig durch ein grundsätzliches Verbot der Anwendung des Giftes in blühenden Kulturen zu schützen. Die EU-Kommission lehnt Konsequenzen für die Agrarproduktion ab. Sie schreibt der Aurelia Stiftung: „[…] vielmehr obliegt es dem Imker, sich relevante Informationen über Anwendungen von Pflanzenschutzmitteln zu beschaffen, bevor er seine Bienenstände in landwirtschaftlich oder anderweitig genutzten Flächen platziert.“

Diese wirklichkeitsfremde Position nehmen wir nicht hin. Deshalb klagen wir nun vor dem Europäischen Gerichtshof auf die Rücknahme der Verlängerung der Glyphosat Zulassung.

Auch Imker sind mit dem Totalherbizid Glyphosat konfrontiert

Die Verwendung von Glyphosat in der Landwirtschaft kann zu besorgniserregenden Kontaminationen im Honig führen. So hat die Lebensmittelüberwachung des Landkreises Spree-Neiße (Brandenburg) in einer Honigprobe eine mehr als 100-fache Überschreitung der zulässigen Höchstmenge von Glyphosat in Honig festgestellt. Nachdem die Behörde monatelang nicht reagierte, hat die Aurelia Stiftung auf eigene Rechnung in mehreren Bundesländern Honige untersuchen lassen. Überall gab es Belastungen nahe an der Grenze der Verkehrsfähigkeit, der höchste Wert war eine 200-fache Überschreitung.

Mit Hilfe unserer Anwälte haben wir daraufhin die zuständigen deutschen und europäischen Behörden mit juristisch fundierten Forderungen konfrontiert. Denn es geht nicht nur um die Reinheit des Honigs und die Gesundheit der Bienen. Wir brauchen eine Landwirtschaft ohne giftige Nebenwirkungen für Biene, Mensch und Natur, eine Landschaft frei von Glyphosat.

In dieser Überzeugung haben unsere Anwälte, die uns schon erfolgreich bei Verunreinigung von Honig durch GVO Pollen und Gesundheitsbelastungen durch Neonicotinoide vertreten haben, sich mit der Zulassung von Glyphosat eingehend beschäftigt. Sie sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die dritte Verlängerung der Zulassung im vergangenen Jahr rechtswidrig erfolgte. Jetzt klagen wir beim Europäischen Gerichtshof auf Rücknahme der Verlängerung der Glyphosat-Zulassung. Bei dem Projekt arbeiten die Aurelia Stiftung und der Mellifera e.V. eng zusammen.

» Mehr Infos
» Aurelia Pressemitteilung zu Glyphosat in Honig
» Stellungnahme der Imkerverbände zu Orientierungsstörungen durch Glyphosat

Bitte unterstützen Sie uns mit Spenden für das Gerichtsverfahren.
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Info-Flyer “Honig & Landschaft frei von Glyphosat”

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Förderer

Unsere Klage vor dem EuGH und das Projekt „Glyphosat in Honig und gegen die Verlängerung der EU-Zulassung“ unterstützen uns:

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