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Gefahr der Deregulierung „neuer Gentechnik“ steigt trotz Ablehnung der EU-Bürger*innen

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Die Agrogentechnikindustrie will erreichen, dass »neue« Gentechnik weniger stark reguliert wird als »alte« Gentechnik. Wie riskant gerade auch Eingriffe »neuer« Gentechnik mit der Genschere CRISPR-Cas sein können, zeigen sogenannte Gene Drive Organismen, die von der Mehrheit der EU-Bürger*innen abgelehnt werden, wie eine aktuelle Umfrage zeigt.

Die deutliche Mehrheit der Bürger*innen in acht europäischen Ländern lehnt gentechnische Veränderungen von wildlebenden Arten ab. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Umfrage unter fast 9.000 EU-Bürger*innen und 280.000 Unterzeichner*innen der internationalen Petition „Stop Gene Drives“, der auch die Stimmen von der Petition der Aurelia Stiftung „Schützt die Biene vor Gentechnik“  zufließen. Auch das Europäische Parlament fordert ein weltweites Moratorium für die Freisetzung von Gene Drive Organismen, die zum Zusammenbruch ganzer Ökosysteme führen könnten.

Gene Drives sind eine besonders gefährliche Anwendung »neuer« Gentechnik, bei der die Gefahr besteht, dass der Bürgerwille und die Resolution des Europäischen Parlaments missachtet werden. Diese Gefahr besteht auch bei anderen Verfahren der »neuen« Gentechnik. Die Agrogentechnikindustrie könnte sich sogar mit ihrer Forderung durchsetzen, »neuartige genomische Mutagenese-Verfahren« ganz aus dem Gentechnikrecht herauszunehmen. Die EU-Kommission wurde von den EU-Mitgliedsstaaten beauftragt, bis Ende April eine Überprüfung des »Status neuartiger genomischer Verfahren im Rahmen des Unionsrechts« vorzulegen. Beobachter*innen werten diese Entscheidung als ersten Schritt, die neuen gentechnischen Verfahren aus dem Gentechnikrecht herauszunehmen.

Risikobewertung auch dann notwendig, wenn keine Gene eingefügt werden

Die Gefahren neuer Gentechnik zeigen sich zwar ganz besonders deutlich bei den sogenannten »Gene Drives Organismen«, die ihre Mutationen zu 100 Prozent an ihre Nachkommen vererben, indem sich die Genschere CRISPR-Cas automatisch immer wieder selbst ins Erbgut neuer Generationen einfügt. Im Extremfall könnten mit dieser Technik Arten komplett ausgerottet oder durch gentechnisch veränderte Organismen ersetzt werden. Doch selbst ohne Gene Drives und wenn keine zusätzlichen Gene eingefügt werden, muss eine sorgfältige Risikobewertung durchgeführt werden. Das zeigt ein weiterer Bericht zur Risikobewertung von Pflanzen aus Neuer Gentechnik, den die Europäische Lebensmittelbehörde EFSA Anfang Februar vorgelegt hat.

Gentechnik als Treiber von Klimawandel und intensiver Landwirtschaft

Die Schweizer Allianz Gentechfrei (SAG) hat ein aktuelles Dossier zu dem Thema Gentechnik und Klimawandel veröffentlicht. Darin erläutern sie, wie Genomeditierung das Modell der intensiven Landwirtschaft verstärken und den Klimawandel vorantreiben wird. Die Autoren des Dossiers zeigen zudem auf, wie Treibhausgasemissionen und Folgen des Klimawandels nachhaltig durch alternative landwirtschaftliche Praktiken reduziert werden können.

Es wird weiterhin die Aufgabe der Zivilgesellschaft bleiben, das Vorsorgeprinzip der EU und die Wahlfreiheit für gentechnikfreie Produkte zu schützen und Flagge zu zeigen gegen die Begehrlichkeiten der Agrogentechnikindustrie.

Daher jetzt unterschreiben: www.Biene-Gentechnik.de

 

 

Weiterführende Links:

https://www.bund.net/fileadmin/user_upload_bund/publikationen/landwirtschaft/landwirtschaft_gentechnik_gene_drive_umfrage.pdf

https://act.wemove.eu/campaigns/gene-drive-moratorium-DE

https://www.testbiotech.org/aktuelles/efsa-risikobewertung-von-pflanzen-aus-neuer-gentechnik-keine-gene-eingefuegt

https://www.deutschlandfunk.de/agrarwissenschaftler-qaim-gentechnik-bringt-keine.676.de.html?dram:article_id=485175

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