Gefördertes Projekt – abgeschlossen

BeeCultures – Imkerei in der Stadt

Die Aurelia Stiftung hat zwischen 2017 und 2020 das Forschungsprojekt BeeCultures (Ethnologische Forschung zur Beziehung zwischen Mensch und Honigbiene) von Dr. Martin Gruber am Institut für Ethnologie und Kulturwissenschaft der Universität Bremen der Universität Bremen gefördert. Ein wesentlicher Bestandteil des Projekts ist die Forschung zur Entwicklung der Stadtimkerei.

Ziel: 7.500 € erreicht
Projektträger: Universität Bremen
Zeitraum: abgeschlossen
Rähmchen eines Imkers in Hamburg (Bildquelle: Gunnar Weidt)
Beuten auf einem Hamburger Dach (Bildquelle: Gunnar Weidt)

Urbanes Imkern im Fokus

In den deutschen Städten steigt die Anzahl an Imker*innen und Honigbienenvölkern seit Jahren beständig. In der Stadt herrscht über eine lange Zeitspanne im Jahresverlauf ein reichhaltiges Angebot an Blütenpflanzen. Ihren Nektar holen sich Bienen von Balkonpflanzen, den Blüten der Laubbaumbestände, in blühenden Innenhöfen, auf bepflanzten Dächern, aus benachbarten Schrebergärten oder dem nahegelegenen Stadtpark. Am Häusermeer der Großstadt vorbei fliegen die Stadtbienen unbeirrt ihre Futterplätze an. Irgendwas blüht eben immer in der Stadt. Hinzu kommt, dass Imkern in der Stadt ein internationaler Trend ist! Ob in New York, Paris oder Berlin – überall in den Metropolen boomt die Stadt-Imkerei.

In Hamburg hat sich die Zahl der Imker*innen in den vergangenen 15 Jahren vervierfacht. Die Imkerei entwickelt sich hier zum urbanen Phänomen. Die Entwicklung hat enormes Potential – wird aber auch kontrovers diskutiert. Obwohl die Stadtimkerei auch im politischen und medialen Diskurs eine immer wichtigere Rolle einnimmt, liegen darüber so gut wie keine umfassenden Erkenntnisse vor. Das Projekt schließt diese Forschungslücke durch eine fundierte ethnographische Forschung.

Die Imkerei in der Stadt ist ein extrem dynamisches und heterogenes Feld mit unterschiedlichsten Akteuren und „Subkulturen“. Folgende Fragen werden durch die Forschungsarbeit geklärt:

  • Welche unterschiedlichen Methoden der Imkerei werden praktiziert?
  • Was sind die Motive der Imker*innen?
  • Welche Vorstellungen von Stadt, Natur und Gesellschaft stehen dahinter?
  • Wie ändern sich Praktiken und Einstellungen über einen längeren Zeitraum?

Eine zweite wichtige Analyseebene bildet der institutionelle Rahmen, also die unterschiedlichen staatlichen Stellen und NGOs. Eine dritte Ebene ist der gesellschaftliche und mediale Diskurs über Stadtimkerei.

Methodik und Ergebnisse

Ziel der Forschung von Dr. Andreas Gruber war und ist es, einen umfassenden Überblick über Imkerei in der Stadt am Beispiel Hamburgs zu erarbeiten. Neben ethnografischen Methoden wie qualitativen Interviews und teilnehmender Beobachtung lag der Fokus dabei auch auf der Erhebung quantitativer Daten zur Imkerei in Hamburg. Zu diesem Zweck entwickelte er in Zusammenarbeit mit Hamburger Imker*innen einen Online-Fragebogen, der soziodemografische Informationen sowie Wissen zu Präferenzen, Einstellungen und Motivationen der Imker*innen generiert. Die Befragung fand im Zeitraum von drei Monaten im Sommer 2020 statt. Zusätzlich wurden Daten des Deutschen Imkerbundes (D.I.B.), des Imkerverband Hamburg e.V. (IVHH) sowie der Behörde für Justiz und Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg (BJV) angefordert und ausgewertet. Die Forschung wurde unter anderem durch die finanzielle Unterstützung der Aurelia Stiftung ermöglicht.

Seit dem 15. November 2021 liegt eine Forschungsstudie von Dr. Martin Gruber vor, in der er die Methodik und bisherigen Ergebnisse seiner Forschung zur Stadtimkerei in Hamburg zusammenfasst. Darüber hinaus sind im Rahmen von Dr. Grubers enthnolgischer Forschung über Bienen und Imkerei mehrere Filme entstanden, die auf der Videoplattform Vimeo eingesehen werden können.

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