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Systemrelevanz der Bienen

Bienen bestäuben Pflanzen und sorgen zu einem großen Anteil dafür, dass unsere Felder und Gärten im Frühjahr erblühen und im Spätsommer Obstsorten wie Äpfel, Birnen und Pfirsiche geerntet werden können. Tatsächlich werden über 80 Prozent aller auf Bestäubung angewiesenen Blühpflanzen von Honig- und Wildbienen bestäubt. Als wichtigste Gruppe unter den Bestäuberinsekten spielen Bienen eine systemrelevante Rolle im Ökosystem und in der globalen Landwirtschaft.

Ökonomische Bedeutung der Bienen

Die Honigbiene gilt nach dem Rind und dem Schwein als das drittwichtigste Nutztier des Menschen. Das liegt nicht bloß an dem von ihr erzeugten Honig und Wachs, die wir Menschen seit Jahrtausenden als Naturprodukte nutzen. Durch ihre Bestäubungsleistung schafft sie für die Landwirtschaft besonders im Obst-, Beeren- und Samenanbau einen marktwirtschaftlichen Wert, der den Gesamtwert der Honig- und Wachserzeugung um ein Vielfaches übersteigt.

Honigbienen decken mit Abstand den größten Teil der in der Landwirtschaft benötigten Bestäubung ab. Daneben sind aber noch Wildbienen und zahlreiche andere wilde Insekten sowie andere Bestäubergruppen wie bestimmte Fledermaus- oder Vogelarten an der Blütenbestäubung beteiligt. Die Welternährungsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gibt an, dass weltweit rund zwei Drittel aller Nutzpflanzenarten, aus denen 90 Prozent der Lebensmittel gewonnen werden, auf die Bestäubung durch Bienen und andere Tieren angewiesen sind.

Der Weltbiodiversitätsrat (IPBES) rechnet für das Jahr 2015 vor, dass fünf bis acht Prozent der globalen Ernte mit einem Marktwert von 235 – 577 Milliarden US-Dollar von tierischer Bestäubung abhängig seien. Der IPBES führt weiterhin aus, dass einige der wichtigsten Exportprodukte aus Entwicklungsländern wie Kaffee, Kakao und Mandeln in besonderem Maße auf Bestäubung angewiesen sind und dass davon Millionen von Arbeitsplätzen abhängig seien. Auch die Europäische Kommission betont auf ihrer Webseite die herausragende Bedeutung der Bienen für die EU-Agrarwirtschaft.

Es wird geschätzt, dass Bestäuber, darunter Honigbienen, Hummeln und Wildbienen, mindestens 22 Milliarden Euro pro Jahr zur europäischen Landwirtschaft beitragen.

Europäische Kommission

Warum sind Honigbienen so wichtig für die Landwirtschaft?

Honigbienen liefern neben Honig und Wachs auch noch weitere Imkereiprodukte wie Pollen, Propolis und Gelée Royale, die unter anderem als Nahrungsergänzungsmittel und in medizinischen Produkten verwendet werden. Darüber hinaus hat die Honigbiene noch weitere besondere Eigenschaften, die sie zu einem besonders „effizienten“ Nutztier in der Landwirtschaft macht:

  • Die Honigbiene überwintert als Volk und steht bereits im Frühjahr zur Blüte wichtiger Kulturpflanzen wie Obst und Raps bereit, während viele andere Bestäuberinsekten erst noch schlüpfen und heranwachsen müssen.
  • Die Honigbiene ist ein Generalist bei der Nahrungssuche und fliegt fast jede Blüte an.
  • Die Honigbiene ist blütenstet, das heißt sie befliegt auf einem Trachtflug in der Regel nur die Blüten einer Pflanzenart. Das macht sie im Vergleich zu anderen Bestäuberinsekten besonders effizient für die landwirtschaftliche Produktion.
  • Die Honigbiene kann in künstlichen, mobilen Behausungen (Beuten) gehalten und von Imker*innen bei Bedarf zu einer attraktiveren Tracht transportiert werden.

Bestäuberverluste bedrohen die Ernteerträge

Internationale Institutionen wie die FAO oder IPBES warnen schon lange davor, dass die weltweit steigenden Verluste unter den Bestäuberinsekten die Ernteerträge weltweit bedrohen – insbesondere im Obst- und Gemüseanbau, aber auch in Ackerkulturpflanzen wie Raps und Sonnenblumen. Paradoxerweise ist es die Landwirtschaft selbst, die zu einem großen Teil mitverantwortlich für das Sterben der Bestäuber ist.

"Bienen und andere Bestäuber sind bedroht. Die Artenverluste sind gegenwärtig aufgrund menschlicher Einflüsse 100- bis 1000-mal höher als normal." – Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO)

In intensiv genutzten Agrarflächen finden Bienen und anderen Insekten kaum noch ausreichend Nahrung und sichere Lebensräume. Der chemiegestützte Anbau von riesigen Monokulturen, die zumindest teilweise von Insekten bestäubt werden müssen und zugleich zu einem sukzessiven Verlust der Insektenvielfalt führen, nimmt weiterhin zu. Die Staaten müssen daher dringend auf eine bestäuberfreundlichere Agrarpolitik und kleinteiligere, vielfältigere und ökologisch ausgerichtete Agrarproduktionsysteme umsteigen.

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