Gefördertes Projekt – abgeschlossen

Waldbienenhaltung – Zeidlerei

Die Zeidlerei ist eine ursprüngliche Bienenhaltung und wird noch bis heute in Russland gepflegt. Im April 2016 wurden nordöstlich der Imkerei Fischermühle in Rosenfeld fünf lebende Bäume in einer Höhe von ca. fünf Meter ausgehöhlt und Bienenvölker angesiedelt. 2019 wurden drei Völker mit Sensoren ausgestattet. Die Daten sollen Aufschluss darüber geben, wie sich das Mikroklima in den Baumhöhlen vom Klima in Bodenbeuten unterscheidet.

Ziel: 55.000 €erreicht
Projektträger: Mellifera e.V.
Zeitraum: abgeschlossen
Stand: 11/2020

Europa entdeckt die Zeidlerei wieder: Sie ist eine der ursprünglichsten Arten der Bienenhaltung und wird in Russland im südlichen Ural bis heute noch gepflegt. Zeidlerei-Experten brachten das Handwerk nach Polen, von wo es jetzt auch Mittel- und Westeuropa erreicht hat. In Bäumen ab einem Meter Durchmesser werden auf ca. fünf Meter Höhe Höhlen von ca. 35 Zentimetern Innendurchmesser und einer Länge von ca. einem Meter gehauen. Zwischen den Zeidlerbäumen beträgt der Abstand mehrere hundert Meter. Bienenschwärme besiedeln diese Behausungen gerne. Verflug von Bienen und Übertragung von Krankheiten sind bei der Zeidlerei stark eingeschränkt. Förderlich für die Gesundheit der Bienen sind dabei der Naturwabenbau, der Naturschwarm, die wenigen imkerlichen Eingriffe und das Mikroklima der Baumhöhlen. Allerdings setzt die imkerliche Betriebsweise in den Bienenbäumen voraus, dass die Gesundheitsaspekte und nicht der Honigertrag im Vordergrund stehen.

Forschungsprojekt Zeidlerei

Im April 2016 wurden an der Fischermühle in Rosenfeld Höhlungen in fünf Bäume gehauen und drei bis sechs Wochen später mit Schwärmen besiedelt. Sie wurden von Dr. Mikail Kosarev, Waldbienenspezialist und Leiter der Nationalparks Shulgan Tash im südlichen Ural, als gut geeignet bewertet. Bis zum Ende der Bienensaison 2016 wurden die Waldbienenvölker an der Fischermühle gegen die Varroa Milbe behandelt und – wo nötig – aufgefüttert.

Mellifera wird durch das Projekt eine gute imkerliche Praxis für die Zeidlerei erarbeiten und möchte den Nachweis erbringen, dass auch in Waldbienenvölkern alle nötigen imkerlichen Maßnahmen ergriffen werden können. Folgende Punkte sind dabei Teil des Projekts:

  • Dokumentation der Völker und des Honigs über die gesamte Projektdauer
  • Vergleich mit Völkern in konventionellen Magazinbeuten, die ebenfalls in Einzelaufstellung im Wald stehen
  • Kommunikation, Schulung, Wissenstransfer, Besprechung der Ergebnisse mit Imker*innen, Förster*innen und Waldökolog*innen

Das Projekt wurde  bis 2019 von Aurelia gefördert. Die praktische Arbeit bei Mellifera wurde 2020 abgeschlossen.

Die Projektskizze gibt es hier zum Download:

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