Unsere Projekte – in Vorbereitung

Arterhaltung Dunkle Biene

Die Dunkle Biene (Apis mellifera mellifera) eroberte nach der letzten Eiszeit die Landschaften nördlich der Alpen. Sie ist die ursprünglich in Deutschland verbreitete Unterart der Westlichen Honigbiene (Apis mellifera). Die besonders robuste Dunkle Biene wurde aus ökonomischen Gründen systematisch verdrängt. Wir möchten die Dunkle Biene in einem Schutzgebiet wieder ansiedeln und die Entwicklung der Völker wissenschaftlich begleiten.

Ziel: 60.000 €pro Jahr
55.000 € Spenden fehlen noch
Projektträger: Aurelia Stiftung
Zeitraum: in Vorbereitung
Stand: 11/2020

Vielerorts engagieren sich Menschen von Kindergartenkindern bis Pensionär*innen für Bienen und den Erhalt ihrer Lebensräume und Nahrungsgrundlagen. Das Interesse gilt dabei gleichermaßen Wildbienen und Honigbienen. Die heute in Europa gehaltenen Unterarten der Honigbienen gehören allesamt der Art Westliche Honigbiene (Apis mellifera) an. In Deutschland werden häufig die Unterarten Kärntner Honigbiene (Apis mellifera carnica), Italienische Honigbiene (Apis mellifera ligustica) sowie künstlich geschaffene Hybridrassen bzw. zufällige Kreuzungen eingesetzt. Keine dieser Unterarten ist jedoch ursprünglich nördlich der Alpen heimisch. Kaum bekannt ist, dass alle genannten Unterarten erst im Laufe der letzten 150 Jahre in Deutschland angesiedelt wurden – und zwar durch Imker*innen. Der Import der Unterarten mündete in eine systematische Verdrängung der ursprünglich in Deutschland heimischen Unterart Dunkle Honigbiene (Apis mellifera mellifera). Die ursprünglich in Deutschland wildlebende Honigbiene wurde im Prinzip ausgemerzt.

Von links nach rechts: Apis mellifera carnica, ligustica, mellifera

Die Dunkle Biene

Während der letzten Eiszeit gab es im nördlichen Europa weder Wälder noch Blüten. Die Lebensgrundlage der überwiegend in hohlen Bäumen hausenden Bienen war dadurch nicht sichergestellt. Rund um das dichtbewaldete Mittelmeer hatten sich damals verschiedene Unterarten entwickelt. Vor etwa 12.000 Jahren begann sich das Klima wieder zu erwärmen. Mit den Wäldern drangen robuste Bienen in einen neuen Lebensraum vor. Dabei bildete sich eine spezielle Unterart aus: die Dunkle Honigbiene. Ihr Verbreitungsgebiet reichte von den Pyrenäen über das Ural bis nach Südskandinavien. Über Jahrtausende hinweg passte sie sich auf natürlichem Wege an das hier herrschende Klima und die Flora an und konnte sich als Wildtier erfolgreich behaupten. In diesem Prozess entwickelte sie wesentliche Eigenschaften: große Winterhärte, eine ausgeprägte Flugkraft auch bei windigem und kühlem Wetter sowie die Fähigkeit, den Brutzyklus schnell den jeweiligen Trachtverhältnissen anpassen zu können.

Imker*innen und die Dunkle Biene

Die alten imkerlichen Betriebsweisen mit der Dunklen Biene waren an die natürlichen Lebensrhythmen der Bienen angepasst, arbeiteten mit dem Schwarmtrieb und Naturwabenbau. Für die modernen Haltungsmethoden erschienen sie weniger geeignet. Der Mühe der züchterischen Bearbeitung wollte man sich jedenfalls nicht unterziehen. Stattdessen importierte man Bienenrassen anderer Regionen. All dies führte letztendlich dazu, dass die ursprünglich heimischen Dunklen Bienen heute in Deutschland nicht mehr vorhanden sind.

Thomas Radetzki überreicht einen Wachsbarren an Jane Goodall (Bildquelle: Aurelia Stiftung)

(Wieder-)Ansiedlung der Dunklen Biene

An den Rändern Europas haben sich nachweislich reine Bestände von Apis mellifera mellifera erhalten. Dazu gehören z.B. Populationen in der Schweiz, in Skandinavien, auf den Britischen Inseln, aber auch im Baltikum und in Russland. Die Aurelia Stiftung und das Jane Goodall Institut Deutschland wollen sich der Rettung der Dunklen Biene widmen. Zurzeit wird eine sehr große abgeschiedene Region gesucht, die als Schutzgebiet zur Ansiedlung der Dunklen Biene geeignet ist. Das Konzept basiert auf einer harten natürlichen Selektion mit minimaler Behandlung der Varroa Milbe, der molekulargenetischen Dokumentation des sich am Standort ausbildenden Genotyps und der Populationsdynamik der Völker. Das genannte Projektbudget würde die Entwicklung und Vorbereitung des Langzeitprojektes ermöglichen. Möglichst viele Europäische Partner sollen einbezogen und öffentliche Fördermittel akquiriert werden.

Die Projektskizze gibt es hier zum Download:

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