Unsere Kampagnen – aktuell

Schützt die Biene vor Gentechnik!

Als »Modellorganismus« der neuen Gentechnik und als wirtschaftlich bedeutsames »Nutztier« ist die Honigbiene ins Fadenkreuz der Gentechnikindustrie geraten. Unter dem Vorwand sie schützen zu wollen, soll mit gentechnisch veränderten Darmbakterien in das Immunsystem der Biene eingegriffen werden. Mithilfe der »Gen-Schere« CRISPR/Cas sollen pestizidresistentere Bienen geschaffen werden. Über Manipulationen dieser Art und über die Risiken der Freisetzung gentechnisch veränderter Organismen klärt die Aurelia Stiftung mit einer Informations- und Unterschriftenkampagne auf. Zudem sollen das Gentechnik-Grundsatzurteil des EuGH, das Vorsorgeprinzip und die Gentechnikfreiheit verteidigt werden. Entsprechend der Resolution des Europäischen Parlaments setzt sich die Aurelia Stiftung für ein Moratorium der neuen Hochrisiko-Gentechnik »Gene Drives« ein.

Ziel: 122.000 €
59.000 € Spenden fehlen noch
Projektträger: Aurelia Stiftung und andere
Zeitraum: 2020-2021
Stand: 03/2021

Warum ist (nicht nur) die Biene durch die neue Gentechnik bedroht?

Selbst wenn es gelänge, beispielsweise pestizidresistente Honigbienen zu züchten, wären Pestizide weiterhin eine tödliche Gefahr für Wildbienen und andere Insekten. Es ist offensichtlich, dass die pestizidresistente Biene ein gefährlicher Irrweg ist, der noch tiefer in die Sackgasse des Artensterbens hineinführt. Biotechnologie-Experten wie Dr. Christoph Then warnen schon seit langem: „Gentechnik könnte das Artensterben noch beschleunigen“.

Eine Deregulierung des Gentechnikrechts, dessen Zulassungsprüfung bereits jetzt sehr industriefreundlich ist, hätte zudem gravierende Folgen für Verbraucher*innen, Lebensmittelsicherheit und Ökosysteme, deren Tragweite sich nicht abschätzen lassen. Verfahren wie Gene Drive sollen auch dazu genutzt werden ganze Arten auszulöschen. Selbst der Entwickler dieser Technologie, Dr. Kevin Esvelt warnt: „Ich habe die Büchse der Pandora geöffnet.“ Angesichts dieses Gefahrenpotentials fordert das Europäische Parlament in einer Resolution die EU-Kommission auf, sich für ein globales Gene-Drive-Moratorium einzusetzen.

Doch nicht nur Verfahren wie Gene Drive, auch schon kleinste Veränderungen im Genom, sogenannte Punktmutationen, die sich mit der ‚Gen-Schere‘ CRISPR/Cas9 sehr einfach erreichen lassen, können dramatische Folgen für das Ökosystem haben. Ein Beispiel ist die sogenannte ‚Monarch-Fliege‘, die mit der ‚Gen-Schere‘ CRISPR/Cas verändert wurde. Nur drei kleine Veränderungen innerhalb eines Gens führen bei Taufliegen dazu, dass sie für ihre Fressfeinde (z.B. Vögel) giftig werden. Die – nicht rückholbare – Freisetzung solcher GMO (genetically modified organism; deutsch: gentechnisch veränderte Organismen) kann wechselwirkende Nahrungsnetze und Ökosysteme (zer)stören, zumal sich deren Eigenschaften unkontrolliert in Wildpopulationen verbreiten und durch horizontalen Gentransfer sogar Artengrenzen überwinden können.

Am Beispiel des SarsCov2-Virus sehen wir, mit welcher Geschwindigkeit sich Gensequenzen in unserer globalisierten Welt verbreiten können. Die Freisetzung einer Vielzahl von GMOs wäre daher gerade in Hinblick auf die Gefahr von deren beschleunigter Ausbreitung im Zeitalter der Globalisierung unverantwortlicher denn je. Es wäre unmöglich, GMOs je wieder aus der Umwelt zurückzuholen, sollten sie negative Effekte auf das komplexe Ökosystem haben.

Nicht die Biene muss verändert werden, sondern unser Verhalten muss sich ändern.

Bernd Rodekohr
Kampagnenleitung „Schützt die Biene vor Gentechnik“

Die Forderungen

Mit unserer Kampagne möchte die Aurelia Stiftung einen wichtigen Beitrag leisten, die bestehende und weiterhin dringend notwendige Gentechnikfreiheit in Europa zu sichern. Wir sammeln Unterschriften für eine Petition an die Bundesregierung. Darin fordern wir:

  1. Keine Deregulierung der neuen Gentechnik!
  2. Vorsorgeprinzip & Wahlfreiheit für Bürger*innen und Verbraucher*innen!
  3. Keine Freisetzung von Gene Drive Organismen!

Auf unserer Kampagnenwebseite www.biene-gentechnik.de haben wir vertiefende Hintergrundinfos bereitgestellt. Dort können Unterstützer*innen sich informieren und direkt unterschreiben.

Jetzt unterschreiben

 

Erste Erfolge

Es wurden 10.000 Info-Folder verteilt und verschiedene Artikel für Imker-Zeitschriften erstellt. Mehrere Pressemitteilungen sowie Artikel in der Publikumspresse (Stern) und im Onlineportal www.schule-und-gentechnik.de konnten publiziert werden. In Zusammenarbeit mit dem Testbiotech e. V. wurden 200.000 Aktions-Beihefter für die Zeitschrift Schrot & Korn erstellt.

Für die Beibehaltung des Grundsatzurteils des Europäischen Gerichtshofs zur Gentechnik konnten bisher fast 5.000 Unterschriften gesammelt werden. Jede Stimme zählt auch auf die Kampagne für ein weltweites Moratorium der GeneDrives-Gentechnik unseres Kampagnenpartners »Save our Seeds« ein. Hierfür wurden bisher über 280.000 Unterschriften gesammelt.

 

Die Projektskizze gibt es hier zum Download:

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Das Kampagnenmaterial gibt es hier zum Download:

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