Bienentanz und Bienengesundheit

Prof. Randolf Menzel und sein Team haben einen Weg gefunden, die Bienentänze in einem Volk anhand von elektrostatischen Feldern zu erfassen und kontinuierlich zu verfolgen. Dieses Verfahren macht es möglich, die faszinierende und geheimnisvolle Kommunikation der Bienen in ungeahnter Weise zu erforschen. Gleichzeitig liefert es belastbare Daten über die subletalen Effekte von Pestiziden, die das Tanzverhalten der Bienen beeinträchtigen oder ganz zum Erliegen bringen.



Karl von Frisch erhielt 1973 den Nobel Preis für seine Entschlüsselung des Bienentanzes. Bienen verwenden einen symbolischen Code, um innerhalb ihres dunklen Stockes anderen Sammelbienen mitzuteilen, in welcher Richtung und Entfernung eine Nahrungsquelle zu finden ist.

Prof. Menzel, Leibniz-Preisträger und bis 2008 Leiter des Instituts für Neurobiologie an der Freien Universität Berlin, hat ein bahnbrechendes neues Verfahren entdeckt, die Tanzkommunikation der Bienen zu entschlüsseln. Dazu misst er die von der tanzenden Biene ausgehenden elektrostatischen Felder, denn Bienen sind elektrisch aufgeladen. Inzwischen hat er einige Millionen von Bienentänzen so registriert.

Mit diesen Methoden lässt sich der Informationstransfer in den Tänzen in ungeahnter Weise erforschen. Handelt es sich bei dem Bienentanz um eine tatsächliche „Sprache“ der Bienen? Wird wirklich „nur“ eine Fluganweisung mitgeteilt, oder nicht doch der Ort selbst, der in einem gemeinsamen Raumgedächtnis der Bienen gespeichert ist? Welche Rolle spielen in der Tanzkommunikation die nachlaufenden Bienen? Wieso kommt es nachts zu spontanen Tänzen der Bienen? Geht es bei diesen spontanen Tänzen eventuell um Entäußerungen innerer Zustände?

Die Registrierung der Tänze erlaubt es auch, die Belastung eines Bienenvolks mit Pestiziden messtechnisch zu erfassen. Solche Substanzen werden von den Bienen bei Ihrem Bestäubungsgeschäft aufgenommen. Sie wirken auf ihr Gehirn ein und töten sie, wenn hohe Dosen aufgenommen werden. Sehr niedrige Dosen verändern ihr Verhalten, stören ihre Orientierung und blockieren die Kommunikation innerhalb eines Bienenvolkes. So fand Prof. Menzel heraus, dass die Tänze der Bienen ganz ausfallen oder verändert werden. Ein ganzes Volk steht dann wie unter Drogen. Bienen können uns daher über den unsachgemäßen oder übermäßigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln informieren. Wir stellen uns vor, dass ein ganzes Netzwerk von kooperierenden Imkern aufgebaut werden könnte, das in einem öffentlich zugänglichen Informationssystem den Belastungszustand mit Pestiziden darstellt.

Die Aurelia Stiftung möchte dieses Projekt von Prof. Menzel fördern, da es neue Erkenntnisse über das Geheimnis des Bienentanzes verspricht und anhand der Tänze objektive Daten zu den subletalen Effekten von Pestiziden gewonnen werden können.

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