Entstehung und Aufgaben der Aurelia Stiftung

Die Aurelia Stiftung wurde auf Initiative des Vereins Mellifera e.V. mit sieben Stiftern gegründet. Sie versteht sich als Anwältin der Bienen und stärkt die Entwicklung der gesellschaftlicher Allianzen für die Bienen. Imkermeister Thomas Radetzki, ehemals Vorstand des Mellifera e. V., konzentriert sich nun auf diese Aufgaben als Vorstand der Aurelia Stiftung.


Um die vielfältigen Beziehungen zu deutschen und europäischen Verbänden, Behörden und Parteien weiter zu entwickeln, wurde der Sitz der Stiftung im Sommer 2016 nach Berlin verlegt. Thomas Radetzki wurde immer als überparteilicher Fürsprecher der Bienen erlebt. Davon zeugen verschiedene Würdigungen, so auch durch die ehemalige Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner bei der Verleihung des Förderpreises für ökologischen Landbau auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin.

Lobbyarbeit und die Entwicklung gesellschaftlicher Allianzen für die Bienen war der Schwerpunkt der letzten Dekade der Entwicklung von Mellifera e.V. Nach Ausgliederung dieser Arbeit in die Aurelia Stiftung wird der Verein sich ganz auf seine Kernaufgaben konzentrieren können: Forschung und Beratung für wesensgemäße Bienenhaltung, blühende Landschaft und Bienen in der Bildung für nachhaltige Entwicklung sowie Weiterentwicklung des bundesweiten Regionalgruppen-Netzwerkes des Mellifera e.V. Der Rückblick auf dreißig Jahre Vereinsarbeit, insbesondere auf das gesellschaftliche Engagement in der letzten Dekade, lässt die Stiftungsgründung als einen organischen Entwicklungsschritt erkennen.

Entwicklung neuer imkerlicher Betriebsweisen

In den ersten zehn Jahren des Mellifera e.V. stand die Entwicklung und Erprobung neuer imkerlicher Betriebsweisen im Rahmen der Lehr und Versuchsimkerei im Vordergrund. Im großen Imkereibetrieb mit 150 Völkern wurden in Anbetracht der aus Asien eingeschleppten Varroa Milbe und des neu auftretenden Bienensterbens möglichst stressfreie Haltungsmethoden gänzlich neu entwickelt und dafür der Begriff der wesensgemäßen Bienenhaltung geprägt. Die Integration des natürlichen Wabenbaus und des Schwarmprozesses in moderne Betriebsweisen stand im Vordergrund. Am Ende dieser ersten Entwicklungsperiode stand die Schaffung von Richtlinien für Demeter Bienenhaltung, die sich wesentlich auf die praktischen Erfahrungen der Imkerei Fischermühle stützt. Die solide fachliche Arbeit fand auch Wertschätzung beim Regierungspräsidium Stuttgart. Die Imkerei Fischermühle wurde als Ausbildungsbetrieb anerkannt und Imkermeister Radetzki in den Ausschuss für die Abschlussprüfungen der beruflichen Ausbildung berufen.

Dekade der wissenschaftlichen Arbeit

Die Ausbildung von Imkern und die Weiterentwicklung imkerlicher Betriebsweisen wurden fortgeführt, aber der zweite Zehnjahreszeitraum war durch wissenschaftliche Arbeit geprägt. Die erfolgreiche Einführung der Oxalsäure in die Varroa-Behandlung durch wissenschaftliche Erstveröffentlichung fand in der Fachwelt große Aufmerksamkeit. Eine Reihe von Forschungsprojekten wurden im Laufe der aktiven Mitarbeit in der „European Working Group for Integrated Varroa Control“ vorgestellt. Das hohe wissenschaftliche Niveau und die praktische Relevanz führten zur Aufnahme von Thomas Radetzki in die deutsche Arbeitsgemeinschaft bienenwissenschaftlicher Institute. Weitere Forschungsprojekte betrafen Kleinzellen, Schwarmverhalten und die Behandlung der Varroa-Milbe durch Wärme.

Gesellschaftliches Engagement in der dritten Dekade

Neue Mitarbeiter führten das Errungene fort und ermöglichten einen weiteren Entwicklungsschritt der Vereinsarbeit. Die zehn Jahre bis 2015 waren von politischen Kampagnen geprägt, die durch entsprechende Netzwerkbildung erfolgreich wurden. Am Anfang stand die „Bienenstockkäfer Kampagne“, die nach wenigen Monaten zu einem europaweiten Einfuhrstopp für Königinnen und Kunstschwärme führte. Der aus Südafrika stammende Parasit begann sich damals global auszubreiten. Das von Mellifera initiierte „Netzwerk blühende Landschaft“ überwand die vorherrschende Kluft zwischen Naturschutz- und Imkerverbänden im Interesse der Gesundheit und Vielfalt von Honig- und Wildbienen. Die Initiative „Bienen machen Schule“ wurde zu einer über Deutschland hinaus wirksamen Institution der Lehrerfortbildung. Internationalen Stellenwert und Anerkennung fand das von Thomas Radetzki initiierte und organisierte Bündnis zum Schutz der Bienen. Das Bündnis hat Klagen von Imkern gegen die Verunreinigung ihres Honigs durch gentechnisch veränderten Pollen ermöglicht. Die Verfahren mündeten nach dem Weg durch die Instanzen in einem Erfolg beim Europäischen Gerichtshof. Heute organisiert und finanziert das Bündnis die Beteiligung verschiedener europäischer Imkerverbände an den Verfahren beim Europäischen Gericht, die BASF, Syngenta und Bayer gegen die EU-Kommission zu hochgiftigen bienenschädlichen Neonicotinoiden eingeleitet haben.

Projekte der operativ tätigen Aurelia Stiftung

Das Motto der Aurelia Stiftung ist die Kampagne „Es lebe die Biene!“. Damit soll die Öffentlichkeit über die Bedeutung und die Gefährdung der Bienen aufgeklärt und gesellschaftliches Engagement geweckt werden.
Die Aurelia Stiftung vergibt Forschungsaufträge und fördert Projekte anderer Institutionen. Dazu werden auch Mittel anderer Stiftungen und aus öffentlicher Förderung zur Cofinanzierung eingeworben.

Beratung anderer Stiftungen und Organisationen

In den letzten Jahren hat sich die Bienenhaltung zu einem Hype entwickelt. Allerlei auch abwegige Projekte mit zum Teil fragwürdiger Motivation und leider auch mangelnder Kompetenz gewinnen Aufmerksamkeit. Fachfremde Journalisten und Stiftungsverantwortliche sind in aller Regel mit der Bewertung solcher Projekte überfordert. Die Stärke der Aurelia Stiftung besteht darin, dass sie sich ganz und gar den Bienen und ihren Lebensbedingungen in Natur, Agrarlandschaften und Siedlungen widmet. Sie hat ihre Wurzeln und Kompetenz in jahrzehntelanger Arbeit auf diesem Feld erworben und kann andere Stiftungen und Organisationen bei der Bewertung von Projekten „rund um die Bienen“ unterstützen.

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